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Boot & Technik :: Trimmanleitung
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HungerJess
505er Trimm
im
Weltmeisterboot 2001
HungerJess2


Das Team Wolfgang Hunger und Holger Jess - Weltmeister 2001 sowie zahlreiche weitere nationale und internationale Erfolge - stellen die Trimm-Einstellungen des Weltmeister-Bootes zur Verfügung.

Diese Seiten wenden sich in erster Linie an den Einsteiger. Die Trimmtabelle und genaue Maße für Mast, Verstagung und Schwert  ermöglichen es, die Einstellungen des Erfolgsteams genau nachzuvollziehen. Bei jedem Maß wird genau erklärt, wie es ermittelt wurde. Ausserdem gibt es zusätzliche Hinweise zu Trimm und optimaler Bootsausrüstung.

Der erfahrene 505er Segler hat sicherlich seine eigenen Maße. Trotzdem ist es bestimmt interessant, mit den Werten des Weltmeisterteams zu vergleichen.

Wir sind immer dankbar für Verbesserungsvorschläge und Hinweise auf Fehler dankbar. Bitte wendet Euch an

Holger Jess    
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Inhalt:


Trimmtabelle nach Windstärken

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Einstellungen des Weltmeisterteams bei den verschiedenen Windstärken.

Da die Einstellung (und vor allem das Mastfall) auch vom Gewicht der Crew abhängen sei diese Information nicht vorenthalten:
Gewicht Steuermann (Wolfgang Hunger): 78 kg
Gewicht Vorschoter (Holger Jess):          85 kg

Eine leichte,mittlere,schwere Crew sind ungefähr 60/75, 70/85, 80/95 kg.
Damit sind die Beiden eine mittelschwere Crew mit einem etwas schweren Steuermann.

Die nachfolgende Trimmtabelle auf zwei A4 Seiten als PDF Datei zum Ausdrucken.
  (Acrobat Reader zum Betrachten und Drucken von PDF Seiten.)


Der Trimm des Weltmeisters, Hunger/Jess 2001, Super Spars M2, Bojsen-Møller Segel

System/Windstärke 0,5 - 1,5 2 3 4 5 6
Mastfall [m] 7,80-7,78 7,80-7,78 7,75 7,70-7,68 7,65-7,63 7,58-7,55
Fockholepunkte [cm] 48 50 51-52 55 60 65-70
Mastcontroller ganz hochziehen, Mastvorbiegung leicht hochgezogen bis neutral neutral oder leicht angesetzt gegensetzen damit Baumniederholerschub den Mast nicht zu stark biegt gegensetzen gegensetzen
Wanten sehr fest für Mastvorbiegung sehr fest *) etwas loser aber darf nicht in Lee wackeln etwas loser fest fest
Großschotdreieck nach Luv nach Luv nach Luv, viel Großschotzug mittig mittig mittig
Baumniederholer durchhängend durchhängend lose rausziehen aber noch nicht ansetzen ansetzen fest ansetzen fest ansetzen
Schwert ganz unten, etwas nach vorne geneigt, anstellend ganz unten, anstellend gerade noch anstellend 5 Grad zurückkippen, nicht anstellend 10-15 Grad zurück 20 Grad zurück
Unterliek maximal dicht 1cm öffnen 2cm öffnen dicht maximal dicht maximal dicht
was noch ... weit vorne sitzen, Fockschot sehr lose fahren, Holepunkte sehr hoch - Fock oben offen! weit vorne sitzen vorne sitzen      
*) "sehr fest" heisst ungefähr 200 kg
Jan-2002 contents by Holger Jess

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Mastfall

spiegel Messen bis zur Abrisskante mastfall2 Mastfall                
Das Mastfall wird mit einem Maßband vom Masttop zur Hinterkante Spiegel gemessen. Dazu hängt man die Schlaufe des Maßbandes in den Schäkel für das Großsegel und zieht das Maßband mit dem Fall hoch. Und zwar auf die gleiche Position, auf die man das Großsegel ziehen würde. Achtung: Bei den meisten Maßbändern müssen einige cm Vorlauf eingerechnet werden, da die Skala nicht direkt bei der Schlaufe anfängt. Es ist wichtig, für diese Messung nicht zuviel Wind zu haben, damit dass Maßband wirklich gestreckt verläuft. Außerdem sollte man darauf achten, dass das Maßband nicht verdreht ist.

Für reproduzierbare Ergebnisse ist noch folgendes zu beachten:
  • Der Baum wird für die Messungen abgenommen.
  • Der Mast wird für jede Mastfallposition mit dem Mastcontroller geradegedrückt (Dazu muss sich der Mast  in der Decksdurchführung frei bewegen können). Dies kann man kontrollieren, indem man das Maßband ganz dicht an den Mast hält und dann darauf achtet, dass der Abstand zum Mast überall annähernd gleich ist. Diese Mastcontrollerposition nennt man auch die "neutrale Position".
  • Die Wanten werden gemäß Tabelle eingestellt.
  • Strenggenommen haben die Trimmdaten des Mastes ebenfalls Einfluss auf Mastfall und Wantenspannung.
  • Markierungen (Edding) an der Vorstagverstellung für die verschiedenen Mastfallpositionen erleichtern das Einstellen auf dem Wasser erheblich. Diese kann man eventuell direkt am Mast anbringen. Als Bezugspunkt dient dann z.B. die Drahtpressung vom Vorstag. Falls das Fall schlecht zu sehen ist, ist es das Beste eine Hilfsleine an der Vorstagtalje zu befestigen und diese Leine in den "sichtbaren Bereich" mit ein paar kleinen Rollen umzulenken. Ein Knoten auf der Leine stellt den Bezugspunkt dar und am Ende wird die Leine mit einem langen Gummi stramm gehalten. Mindestens drei Mastpositionen sollte man markieren: Mast aufrecht, Mitte und maximales Mastfall (siehe Trimmtabelle). 
Generell gilt: je leichter eine Mannschaft (und vor allem der Vorschoter) desto mehr muß der Mast mit zunehmendem Wind fallen (mehr Mastfall = mehr Neigung nach hinten =  kleineres Maß). Hinweis: viele kennen die Trimmtabelle von Ian Barker von 1994. Beim Vergleich der Barker-Tabelle mit dieser Tabelle ist zu beachten, dass das Mastfall unterschiedlich gemessen wird. Ian hat vom Top auf die Innenseite des Bootes in die Ecke zwischen Spiegel und Bootsrumpf gemessen. Dadurch sind die Werte in Ian's Tabelle etwa 4cm kleiner. Außerdem hat Ian den Mast frei biegen lassen. Der Mastcontroller und der Großbaum wurden bei seinen Messungen abgenommen. Er hat den Mast also nicht für jede Messung mit dem Mastcontroller wieder gerade gedrückt.


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Fockfallverstellung

verstell
Schema
Die Fockfallverstellung sollte mindestens 24:1 (besser 32:1) untersetzt sein und eine Verstellung von 7,80m bis 7,55m nach obiger Methode ermöglichen.


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Fockholepunkte

Holepunkte
so messen
Die Position der Fockholepunkte wird von Schwert-Hinterkante (Mitte Boot) bis zur Umlenkrolle für die Fockschot gemessen. Es ist wichtig, eine innen/außen und oben/unten Verstellung für die Fockholepunkte zu haben. Sie muss nicht unbedingt so aussehen wie auf dem linken Foto. Es kann auch eine Kombination von einer Schiene für die innen/außen Verstellung und ein Barber für die oben/unten Verstellung sein wie auf dem mittleren Foto.
schiene Fockschiene und Barber Es ist wichtig den Fockholepunkt, wie in der Trimmtabelle beschrieben, bei wenig Wind sehr weit oben fahren zu können, damit die Fock oben weit aufmacht. Außerdem muss der hintere Umlenkblock für die Fockschot weit genug hinten angebracht sein, damit sich bei dem Schnitt heutiger Focks (die BM Fock hat ein besonders hohes Schothorn) überhaupt ein flacher Schotzuwinkel einstellen kann.
SchotMarken Fockschotmarkierung Die Fockschoten bekommen eine Markierung damit man nach einer Wende schnell die alte Position wiederfindet. Bei einer hellen Schot nimmt man einen schwarzen Edding, bei einer dunklen näht man am Besten eine Marke mit weißem Takelgarn auf.


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Mastcontroller

 
mastcontroller
Einzelteile


strutTalje
Talje 8:1
Am effektivsten ist ein Mastcontroller,der als Strebe ausgeführt ist. Sie setzt auf dem Vordeck an und stützt den Mast auf Höhe des Lümmellagers und darunter ab. Eine 8:1 Talje zieht nach unten, eine 2:1 Talje hoch.
anzeiger
Anzeiger
Sehr hilfreich sind zwei kleine Zeiger am Schlitten und Markierungen am Mast (Edding). Am Besten markiert man sich diejenigen Positionen, die man zum Einstellen des Mastfalls benutzt hat. Diese Positionen nennt man die "neutralen Positionen" für jedes Mastfall. Beispiel: man hat sich "1" für Aufrecht, "2" für Mitte, "3" für maximales Mastfall irgendwo am Mast/Vorstagverstellung markiert und den Mast mit dem Mastcontroller jedesmal geradegezogen. Dann ergeben sich die entsprechenden Positionen "1","2","3" automatisch für den Mastcontroller. Die so gefundenen Einstellungen sind aber nur Anhaltspunkte. In der Regel ist der Mastcontroller bei Mittelwind und aufrechtem Mast etwas tiefer (fester) als neutral und bei viel Wind etwas höher (offener) als neutral eingestellt.
schema
Benutzung des Mastcontrollers
Bei aufrechtem Mast darf der Schlitten nicht ganz oben auf der Schiene stehen, damit man bei wenig Wind genügend hochziehen kann. Hochziehen des Mastcontrollers sorgt für Vorbiegung. Stramme Wanten biegen den Mast zusätzlich auf Salingshöhe nach vorne. So ist das Großsegel nicht zu bauchig und das Achterliek öffnet sich schön.

Bei mittlerem Wind ist Druck im Segel gefragt. Jetzt wird der Mastcontroller neutral gefahren oder leicht angesetzt. Das sorgt auch für gute Höhe am Wind. Was heißt neutral? Den Mastcontroller auf die Position mit der das Mastfall gemessen wurde (gerader Mast).

Bei viel Wind den Mastcontroller angesetzt lassen. Dies ist wichtig, damit der Baumniederholer den Mast nicht zu weit biegt und seine Aufgabe, den Baum runterzuziehen, auch erfüllen kann. Mit zunehmendem Mastfall den Mastcontroller etwas tiefer ziehen; bei einer leichten Crew aber nur ganz wenig.


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Wanten

otto
Wantenspannungsmesser
Die Trimmtabelle beschreibt die Spannung der Wanten nur qualitativ. Wer trotzdem etwas messen möchte: mit dem Wantenspanungsmesser von SuperSpars gemessen ist "fest" ungefähr 200kg.
talje
Schema
Die Wantenverstellung sollte mindestens eine Untersetzung von 16:1 haben.
shroud
Markierungen
Markierungen an der Wantenverstellung helfen, Einstellungen schnell wiederzufinden. Falls die Wantenverstellung am vorderen Schott entlang läuft, kann man hier direkt auf dem Schott markieren so wie Bergström es gemacht hat (s. Foto).


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Großschotdreieck

Das Großschotdreieck bestimmt maßgeblich den Zugwinkel der Großschot.
  • Bei wenig Wind wird das Dreieck nach Luv gezogen und sorgt damit dafür, dass der Baum mittschiffs steht, aber der Zug auf das Achterliek des Großsegels noch nicht zu groß wird.
  • Bei Mittelwind wird das Dreieck ebenfalls nach Luv gezogen. Der Schotzug ist aber stärker und erzeugt viel Spannung auf dem Achterliek.
  • Bei stärkerem Wind wird das Dreieck mittig fixiert. Es ist nicht mehr nötig den Baum ganz in die Mitte zu ziehen. Die Fixierung des Dreiecks auf einer festen Mittelposition erspart dem Steuermann das Umstellen in der Wende.
                                                                             
dreieck
Schiene mittig


schiene
Schiene nach Luv


talje
Talje mittig


Talje
Talje nach Luv
Es gibt verschiedene Konstruktionen für ein Großschotdreieck wie die nebenstehenden Bilder zeigen.

Die aufwendige und teurere mit kurzen Traveller Schienen hat den Vorteil, dass die Verstellung weniger Kraft kostet.

Die einfache Version arbeitet nur mit zwei Taljen. Die Kugeln werden so eingestellt, das bei ganz gefiertem Dreieck und aufrechtem Mast noch mittlerer Zug auf die Großschot gegeben werden kann. Es ist nicht ganz einfach das richtig einzustellen.

Macht man das Dreieck (die Taljen der Schenkel) zu kurz, dann kann man nicht mehr weit genug nach Luv ziehen. Macht man es zu lang, dann kann man bei Mittelwind nicht mehr den nötigen Zug aufs Achterliek aufbringen (ohne auch die Lee-Talje zu verkürzen).

Man achte bei den Fotos auf die Befestigung des Großschotendes. Damit sich die Blöcke sehr nahe kommen können (und damit der Baum in die Mitte) wird auf die Verwendung eines Blocks mit Hundsfot verzichtet.Die Großschot ist direkt durch die (extra großen) Kauschen der beiden Drahtstrops geführt, mit denen der mittlere Block gehalten wird und mit einem Achtknoten gesichert.



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Baumniederholer

Kicker
Schema
Ein gutes Baumniederholersystem sollte mindestens eine Übersetzung von 16:1 haben. Außerdem ist es wichtig, dass genug Weg vorhanden ist. Der Baumniederholer muss sich bei geöffnetem Großsegel soweit fieren lassen, dass er ganz lose wird. Auf der anderen Seite muss er sich aber auch bei stark nach hinten getrimmten Mast (viel Mastfall) noch stramm ziehen lassen.

kicker
Baumniederholer

Eine Talje wie auf dem Foto ist dazu gut geeignet. Hebelstrecker eignen sich wegen des kurzen Verstellweges weniger.


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Schwert

  Jedes Boot hat zwei "Tragflügel". Einen über Wasser - Großsegel und Fock wirken zusammen - und einen unter Wasser - das Schwert (zusammen mit dem Ruder). Beide sind gleich wichtig (und fast gleich teuer)!
Das Schwert sollte man jede Saison mindestens einmal überarbeiten und sämtliche Kratzer und Macken beseitigen. Insbesondere die Vorderkante und die ersten 2 -3 cm dürfen keine fühlbaren Unebenheiten oder Riefen haben. Ein guter Test ist die Fingernagelprobe: wenn man mit dem Nagel des Zeigefinger vorsichtig und gefühlvoll  über die Profilnase des Schwertes streicht und dabei irgendwo hängenbleibt, ist die Macke tief genug um sie wegzuspachteln!
gummi
Gummiabdeckung
Die Schwertlippen sollten fest genug sein, um den Schwertkasten auch wirklich abzudichten. Gut geeignet ist ein umgeknickter Segeltuchstreifen. Die Überlappung der beiden Schwertlippen passt man den Bedürfnissen an: Vorne liegen die beiden Lippen gerade voreinander, hinten überlappen sie um einige Millimeter. Das Loch vor dem Schwert sollte zusätzlich mit einem Gummi abgedeckt werden.
  Bei zunehmendem Wind wird das Schwert mehr und mehr hochgeklappt. Das bewirkt zum einen dass der Druckpunkt nach hinten wandert und sich damit dem Druckpunkt der Segel (bei zunehmendem Mastfall) anpasst. Zum andern hebt das den Druckpunkt an, so dass das Boot leichter aufrecht gehalten werden kann. Es ist sinnvoll für einige Positionen Markierungen am Schwert anzubringen (Edding, eventuell verschiedenfarbig):
 
  • senkrecht
  • ca. 5 Grad nach vorn
  • ca. 15 Grad nach hinten
  • ca. 40 Grad Raumschotsposition
senkrecht
Schwertwinkel
Die senkrechte Position sollte genau markiert werden. Einige weitere Positionen kann man noch Pi-mal-Daumen markieren, z.B. die für Raumschots. Die Markierungen dienen nur als Anhaltspunkte um eine Einstellung schnell wiederzufinden. Die senkrechte Position hat aber eine besondere Bedeutung: wenn das Schwert senkrecht angeströmt wird ist der Widerstand (im Verhältnis zum Auftrieb) am geringsten. Wie man diese Position am einfachsten ermittelt zeigt das nebenstehende Bild.
schwertp
Schwertposition
Die Schwertposition wird von Hinterkante Spiegel bis zum 30%-Punkt der Schwert-Profiltiefe gemessen. Die Position des Schwertbolzens ist irrelevant.

Um die Position zweier Schwerter zu vergleichen, ist es wichtig die Position des Druckpunktes der beiden Schwerter zu ermitteln. Der Druckpunkt liegt bei senkrechtem Schwert immer zwischen 25-30% der Profiltiefe (Breite des Schwertes). Der Einfachheit halber rechnen wir jetzt mal mit 30%.

Wie vergleicht man also die Position von zwei unterschiedlich breiten Schwertern? Boot auf die Seite legen, Schwert ausklappen und Schwertbreite messen. Dann 30% der Breite von der Vorderkante des Schwertes abtragen und  markieren. Den Abstand von diesem Punkt bis Hinterkante Spiegel (Abrisskante) messen.
schwertfall
Schwertfall
Als Schwertfall hat sich die Anordnung , die auf dem Foto dargestellt ist, besonders bewährt. Das Schwert bewegt sich nämlich nach dem Lösen des Falls aus der Klemme von selbst in die Raumschotsstellung, unterstützt durch ein starkes Gummi. Dieser Mechanismus erlaubt es, das Schertfall schon beim Anfahren der Luvtonne zu lösen, es kommt dann beim Abfallen auf Raumschotskurs von selbst hoch.
Zum vollständigen Aufholen wird das andere Ende des Falls ausgehakt.
   


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Unterliek

"Maximal dicht" heißt stramm gezogen mit Längsfalte am Fuß. Also so dicht wie möglich und hinten notfalls bis an die Messmarke. Vorne befestigt man das Segel am Besten mit einem Rutscher in der Mastnut und einem Schäkel. Wenn das Segel im Unterliek sehr lang sein sollte, kann man es auch einfach ganz dicht an den Mast binden.

Manchmal hat der vordere Baumbeschlag zwei Löcher und einen Splint um den Hals des Segels zu befestigen: am Besten absägen! Das kann man bei den modernen Segeln, die nicht bis ganz vorne in der Baumnut liegen (so auch beim BM-Segel), nicht verwenden.


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Cunningham

Bei den modernen Segeln (so auch beim BM-Segel) ist das Unterliek im vorderen Bereich schräg nach oben geschnitten. Hier wird die Cunningham-Leine mit an dem Rutscher (s.o.) befestigt. Bei viel Wind zieht man dann mit der Cunningham das Segel und den Rutscher runter. Ein eventuell noch vorhandenes 2.Loch weiter oben im Segel bleibt frei.

Bei älteren Segeln, deren Unterliek bis ganz vorne in der Baumnut liegt, muss man das zweite (höhere) Loch zum Befestigen der Cunningham verwenden.

Trimm: die Cunningham-Leine hat keine besonders große Bedeutung. Daher kommt sie in der Trimmtabelle auch nicht vor. Sie ist ausser bei viel Wind immer lose.


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Trimmdaten Mast und Schwert

Die folgende Tabelle enthält die vom Weltmeister Team 2001 Hunger/Jess verwendeten Maße für Super Spars M2 und Bojsen- Møller Segel. In den anschließenden Abschnitten ist genau erklärt, wie man diese Werte ermittelt.
Salingslänge 415 mm
Salingswinkel 148 mm
Salingshöhe 3050 mm
Mastposition 3048 mm
Püttingsposition 2320 mm
Vorstagsposition 4780 mm
Schwertposition 2500 mm
Jan-2002 measures by  Holger Jess

Der Mast muss unbedingt gerade im Boot stehen. Mit dem Großfall ein Maßband bis zum Top hochziehen und zu beiden Püttings messen. Bei unterschiedlichen Werten die Wantenverstellung solange umknoten bis es stimmt.

 Mit Rigg unter Spannung von der Seite aus 10-15m Entfernung versuchen die beiden Wanten optisch in Deckung zu bringen. Wenn dies nicht gelingt, dann sind die Salinge unsymmetrisch. Diesen Fehler kann man korrigieren indem man eine Saling ein halbes Loch vor- oder zurückverstellt, also die Salingwinkel im Beschlag absichtlich unsymmetrisch einstellt.. Eventuell ist der Beschlag geringfügig schief an den Mast genietet.

Der Mast darf im Mastlich nicht zuviel seitliches Spiel haben. Zum Ausgleich dünne Distanzplättchen oder Kunstoffstreifen an die beiden Seiten des Mastloches kleben.



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Salingslänge, Salingswinkel, Salingshöhe

 salingl
Salingslänge messen
Die Salingslänge wird gemessen vom Wantendraht bis seitlich auf das Mastprofil. Für leichtere Mannschaften kann die Saling kürzer sein (410 oder 405 mm). Das gleiche gilt für normal schwere Mannschaften bei Starkwind (siehe Crewgewicht ).
 salingw
Salingswinkel messen
Zum Messen des Salingswinkels legt man ein Lineal, Segellatte o.ä. auf die Wantendrähte und misst dann den Abstand zur Mastnut. Um das Spiel im Salingsbeschlag auszuschalten, die Salinge vorher zusammendrücken damit sie sich auch wirklich in der Lastposition befinden!
  Die Salingshöhe ist das Maß von Oberkante Deck bis zur Saling. Dieses Maß ist bei allen Super-Spars Masten von Segelsport Jess gleich.


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Mastposition, Püttingsposition

deck
Übersicht Positionen
Mast- und Püttingposition bestimmen Salingwinkel und Salinglänge. Saling und Wanten stellen ein ziemlich komplexes geometrisches Gebilde dar. Keines dieser Masse kann strenggenommen für sich betrachtet werden. Es ist wichtig sich diese Zusammenhänge klar zu machen, bevor man die Maße mit dem eigenen Boot vergleicht. Sind z.B. die Püttings nicht an der gleichen Stelle, kann man auch Salinglänge und Salingwinkel nicht unmittelbar vergleichen!
Die Position der Püttings wird vom Vorstag aus gemessen.
Die Vorstagposition von Hinterkante Spiegel (Abrisskante).
mastpos
Mastposition messen
Die Mastposition wird von Hinterkante Spiegel (Abrisskante) bis Hinterkante Mast gemessen. Das Maß in der Tabelle (3048mm) ist das kleinste erlaubte (am weitesten hinten).


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Was sonst noch wichtig ist ...


Markierungen

Es ist sehr hilfreich alle Trimmeinrichtungen und einige andere Leinen mit Markierungen zu versehen.
Daher noch mal eine Zusammenfassung:
  • Die Fockfallverstellung bekommt Markierungen für verschiedene Mastfall Einstellungen.
  • Die Wanten bekommen Markierungen passend zur Fockfallverstellung.
  • Das Spifall sollte eine aufgenähte oder aufgemalte (Edding) Stelle haben, an der man sieht wann der Spinnaker ganz oben ist. Am Besten genau dort, wo das Fall in der Klemme liegt. Bei viel Wind lässt sich der Spi manchmal so schwer hochziehen, dass man nicht weiss, ob er schon oben ist und man gegen den Anschlag zieht, oder ob das Hochziehen gegen den Segeldruck wirklich so schwer geht. 
  • Das Schwert bekommt Markierungen für verschiedene Winkel.
  • Die Pershing-Leine bekommt eine Markierung für die ganz rausgezogene Position. Die Marke macht man so ähnlich wie beim Spifall, also entweder aufnähen oder mit Edding.
  • Die Fockschoten bekommen eine Markierung wie im Abschnitt Fockholepunkte beschrieben.

Längstrimm

WenigWind
wenig Wind
Bei wenig Wind ist es wichtig, das Boot weit vorne zu trimmen, damit sich das Boot am Heck nicht festsaugt. Um das zu erreichen, muss der Steuermann dazu in der Regel vor dem Großschotdreieck sitzen. Einige Leute bauen sich sogar extra Plexiglasscheiben vor die Lenzöffnungen im Spiegel, um jederzeit kontrollieren zu können, ob sie weit genug vorne sitzen. Dann sieht man nämlich sehr gut, ob es hinten blubbert oder nicht.
mittelWindvielWind
mittlerer Wind
Bei mittlerem Wind und wenig Welle ist es wichtig die Wasserlinie des Bootes ganz auszunutzen, um maximale Höhe zu fahren. Der Bug des Bootes muss bis ganz vorne im Wasser sein. Dies kann der Vorschoter aus dem Trapez gut erkennen. Eventuell steht er sogar  mit einem Fuss vor dem Want. Bei Welle läuft er vor und zurück, damit der Bug nicht zu tief eintaucht und bremst.

viel Wind
Bei viel Wind das Boot vorne entlasten, damit das Boot leichter ins Gleiten kommt bzw. im Gleiten bleibt.
Bei mittlerem Wind und Welle ebenfalls vorne etwas entlasten.

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Links zu anderen Trimmanleitungen:

North Sails Tuning Guide
North Sails Australia
Basic Tuning by Ian Barker
Pinnel & Bax Sails Tuning Sheet
Schnell 505 er segeln(PDF)

Segeltrimm(PDF)
TUNING YOUR INTERNATIONAL 505 (1992)